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„Unser Dorf hat Zukunft“: Waldorf und Kempenich gewinnen

Die Sieger auf Kreisebene stehen fest – Hönningen und Eichenbach sowie Rodder und Ramersbach auf den weiteren Plätzen

Waldorf in der Sonderklasse und Kempenich in der Hauptklasse – das sind die beiden Siegergemeinden des Kreisentscheids 2009 im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Landrat Dr. Jürgen Pföhler: „Neben den Siegern zählen alle Dörfer, die mitgemacht haben, zu den Gewinnern, weil sie Ideen und Initiativen zeigen, die den Menschen zugute kommen“. Gleiches gelte für die Wettbewerbe und Sonderpreise. Einen ausdrücklichen Dank richtete der Kreis-Chef an die Mitglieder der Kreiskommission, die in den vergangenen Tagen unterwegs waren und die Aktivitäten in den Orten bewertet haben.

Die Sieger-Übersicht:
·Sonderklasse: 1. Waldorf, 2. Hönningen, 3. Eichenbach;
·Hauptklasse: 1. Kempenich, 2. Niederzissen-Rodder, 3. Ramersbach;
·Wettbewerb für Vereine: 1. Heimat- und Förderverein Lohrsdorf/Green, 2. Gewerbeverein Kempenich, 3. Bürgerverein Rodder;
·Wettbewerb für Jugend und Familie: 1. Katholische Jugendgruppe Kempenich, 2. Jugendgruppe Hönningen, 3. SV Ramersbach;
·Sonderpreis Soziales und Kulturelles: Remagen-Kripp für die Ausrichtung eines bürgerschaftlich getragenen Weihnachtsmarktes;
·Sonderpreis Renovierung eines regionaltypischen Gebäudes: Eheleute Harry und Inge Baggen, Eichenbach;
·Anerkennungspreis 2009 des Kreises Ahrweiler: Lohrsdorf.


Begründung der Bewertungskommission

Hier die ausführliche Begründung der Bewertungskommission:

Hauptklasse: In der Hauptklasse sind die Ortsgemeinden/Ortsteile vertreten, die bislang noch nicht am Wettbewerb teilgenommen haben oder die bei der Teilnahme am Gebietsentscheid keine Platzierung erreichen konnten.

1. Platz: Ortsgemeinde Kempenich, Verbandsgemeinde Brohltal.
Kempenich überzeugt durch eine ganzheitliche Konzeption und Vielfalt. Kontinuierlich werden Maßnahmen aus dem Dorferneuerungskonzept umgesetzt. Die Bachrenaturierung, der Erlebnispfad Steinrausch, der Bauerngarten in der Ortsmitte und die vielen Biotope in der Gemarkung zeigen ein feines Gespür für die Wichtigkeit der Dorfökologie. Neunzehn Vereine mit fast 2.000 Mitgliedern bieten ein breitgefächertes Angebot für alle Altersgruppen und lassen ein lebendiges, soziales und kulturelles Kempenich erkennen. Die Gestaltung des Bahnhofs einschließlich dessen Vereinshaus und Buswartebereich ist ein erster richtiger Schritt zur Umsetzung des Konzeptes der Neuen Ortsmitte. Kempenich erhält aufgrund der zukunftsweisenden Vielfalt ihrer Aktivitäten den 1. Platz in der Kategorie Hauptklasse.
Kempenich nimmt mit diesem Ergebnis am Gebietsentscheid teil.

2. Platz: Ortsteil Rodder, Ortsgemeinde Niederzissen, Verbandsgemeinde Brohltal.
„Klein aber oho“, diese Aussage trifft auf Rodder zu. Rodder besitzt ein starkes Bewusstsein für die Verknüpfung von Tradition und Moderne. Ein gelungenes Beispiel hierzu ist der Umbau und die Nutzung des Bürgerhauses „Alte Schule“. Das ortsbildprägende Gebäude wurde vorbildlich saniert und zum Teil (im Dachgeschoss) ausschließlich den Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Der Ortsteil Rodder setzt auf eine innerörtliche Entwicklung und verzichtet auf die Ausweisung von Neubaugebieten im Randbereich. Ein starkes Bewusstsein für die Dorfökologie werden durch Streuobstwiesen und die konkret vorliegende Planung für eine Bachrenaturierung deutlich. Ein hohes bürgerschaftliches Engagement und die Einbindung der Jugendlichen in gemeindliche Planungen zeigen ein beachtenswertes soziales und kulturelles Leben.
Der Ortsteil Rodder nimmt am Gebietsentscheid teil.

3. Platz: Ortsteil Ramersbach, Stadt Bad-Neuenahr Ahrweiler.
Der neue Dorfplatz als Treffpunkt, das innerörtliche Straßenbegleitgrün, viele Nutz- und Schmuckgärten zeigen eine positive Verschmelzung von Dorf und Landschaft. Die Maßnahmen für Kinder und Jugendliche, einschließlich des architektonisch gelungenen Kindergartens, die Dorfgemeinschaft mit ihrem hohen Engagement auch für Sachspenden – so konnte die 39.000 Euro teure Sanierung der Orgel in der St.- Barbara Kirche ermöglicht werden – all das beeindruckte die Kreiskommission.


Sonderklasse: In der Sonderklasse sind die Ortsgemeinden/Ortsteile vertreten, die in Vorjahren bereits erfolgreich am Kreiswettbewerb teilgenommen haben und sich für den Gebietsentscheid qualifizieren konnten.

1. Platz: Ortsgemeinde Waldorf; Verbandsgemeinde Bad Breisig.
Die Vinxtbachtalgemeinde besticht durch ein vielfältiges Dorfleben und zukunftsweisende Projekte. In allen Belangen konnte Waldorf punkten. Geprägt von wertvollen Streuobstwiesen setzt das Fachwerkdorf auf eine ökologische Ausrichtung als aktive Wohnortgemeinde mit dem Erhalt der regionalen Baukultur (Gestaltungssatzung) und restriktiver Ausweisung neuer Baugebiete. Vielfältige landschaftspflegerische Maßnahmen, der Streuobstlehrpfad, die Pflege des Vinxtbaches und die Neuschaffung einer Auenwasserfläche als Naherholungspunkt stehen für die nachhaltige, aber auch touristische Ausrichtung. Anknüpfend am „spectaculum historiae“ wird ein historisches Jugendferienlager projektiert, auch werden die Jugendlichen mittels eines - in einer Satzung festgehaltenen - Jugendausschusses in das Dorfgeschehen eingebunden. Das Theater Total ist ein kulturelles Highlight, das Waldorf über die Region hinaus bekannt macht. Viele Aktivitäten und Veranstaltungen, die sich von gängigen Angeboten deutlich abheben, machen Waldorf zu einem lebendigen und attraktiven Wohnort.
Die Ortsgemeinde nimmt am weiterführenden Gebietsentscheid der Sonderklasse teil.

2. Platz: Ortsgemeinde Hönningen, Verbandsgemeinde Altenahr.
Die Ortsgemeinde Hönningen überzeugt wie auch in den Jahren zuvor durch Kontinuität in der Umsetzung von Planungen aus dem Dorferneuerungskonzept. Nach Fertigstellung der Ortsumgehung setzt Hönningen auf die Innenentwicklung mit gestalterischen Aufwertungen der Ortsdurchfahrt und Dorfplätze. So wurde der Platz an der Kaiserlinde mit dem Flurkreuz neu gestaltet, das ehemalige Feuerwehrhaus mit Doppelbrunnen als historisches Feuerwehrmuseum saniert und Weingirlanden angelegt. Im Zuge der touristischen Ausrichtung wurden die ehemaligen Luftschutzbunker begehbar gemacht und ein Skulpturenweg entlang des Radweges mithilfe von Jugendlichen, Senioren und Frauen angelegt. Neu zu nutzen sind ein Fitnessparcours und Sitzplätze in Nähe des Insektenhotels. Die innerörtliche Begrünung ist nachahmenswert. Das soziale und kulturelle Leben ist für Kinder und Jugendliche, Familien und Senioren vorbildlich.


3. Platz: Ortsgemeinde Eichenbach, Verbandsgemeinde Adenau.
„Natur pur erleben“ könnte der Werbeslogan für das idyllische Straßendorf mit seinen Ortsteilen Eichenbach und Fronhofen sein. Auch ohne Dorferneuerungskonzept wird die Entwicklung des natur- und landschaftsverbunden Eifeldorfes als Wohn- und Ferienort von der Bürgergemeinschaft gelebt und gepflegt. Im Ort werden eine Vielzahl von öffentlichen Plätzen, Bildstöcken, das Kriegerdenkmal und der Buswarteplatz durch Paten gestaltet und gepflegt. Bei der Neugestaltung des Wendeplatzes Breitscheider Weg wurde die Bläcke-Fritz-Skulptur zur Wahrung der Dorfkultur aufgestellt. Neben den Biotopen in den Auen des Eichenbachs und Dreisbachs und sehr anschaulich gestalteten Gärten finden sich um Eichenbach herrliche Wanderwege und ausreichende Wanderparkplätze. Viele Häuser wurden liebevoll saniert und kleinere Oasen der Ruhe vorbildlich gestaltet. Ein hohes bürgerschaftliches Engagement rundet das harmonische Erscheinungsbild der Ortsgemeinde ab.


Wettbewerb der Vereine im Kreis Ahrweiler
1. Preis: Heimat- und Förderverein Lohrsdorf/Green.
Liest man die lange Liste der verschiedenen Maßnahmen, die der Heimat- und Förderverein Lohrsdorf/Green bisher umgesetzt hat, könnte man glauben, der Verein existiere seit Jahrzehnten und habe mehrere hundert Mitglieder. Umso bewunderungswürdiger stellt sich die Leistung dieses Vereins dar, wenn man das Gründungsjahr 1995 und die Anzahl der aktiven Mitglieder erfährt. Der Verein betreibt Jugend-, Senioren-, Frauen- und Mädchenarbeit, erbringt bauliche, soziale und kulturelle Leistungen, unterhält die Internetseite, betreibt eine eigene Zeitschrift, unterstützt den Ortsteil in allen Belangen, die das kulturelle und soziale Leben einer Gemeinde ausmachen. Ein schier unendliches Angebot an attraktiven Maßnahmen, die das Leben in Lohrsdorf bereichern, wurden und werden vom Verein initiiert und ausgeführt.


2. Preis: Gewerbeverein Kempenich.
„Gemeinsam sind wir stark“ steht als Grundidee für den Gewerbeverein Kempenich, einem Zusammenschluss von Handels-, Handwerks- und Gewerbetreibenden. Die Gewerbetreibenden kommen nicht nur aus Kempenich, sondern auch aus den Gemeinden Spessart, Weibern, Hohenleimbach und Hausten. Der Verein führt gemeinsame Veranstaltungen durch, betreibt Gemeinschaftswerbung, pflegt den Kontakt zu den Kommunen, betreibt eine eigene Zeitschrift mit aktuellen Informationen und hilft Jugendlichen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Gezielt wendet sich der Verein an die Schulen und bietet Jugendlichen Praktika an. Ein ganzheitliches Konzept, das zukunftsweisend ist, befand die Kreiskommission.


3. Preis: Bürgerverein Rodder.
Der Bürgerverein Rodder ist ein Garant für das kulturelle Leben in Rodder. Maßgeblich gestalteten die Mitglieder des Vereins das schmucke Bürgerhaus „Alte Schule“ mit. Die Mitglieder gestalten den Seniorentreff, spenden Geld, organisieren den „Dreck-weg-Tag“, gestalteten eine Theateraufführung, übernehmen die Karnevalsaktivitäten, gestalten den Martinszug. Ein kleiner Ort wie Rodder erhält durch die Aktivitäten des Bürgervereins ein buntes, abwechslungsreiches Leben.

Wettbewerb „Jugend und Familie stärken“:
1. Preis: Katholische Jugendgruppe Kempenich.
Die Katholische Jugendgruppe Kempenich punktet mit einem ganz besonderen Projekt. In der Ortsmitte, nahe dem Friedhof, hat sie einen klassischen Bauerngarten angelegt. Hier wurden Nutz-, Heil- und Schmuckpflanzen vorbildlich gesät und angepflanzt, die einzelnen Felder genauestens geplant und abgesteckt. Es entstand ein Vorzeigegarten, der inzwischen bereits die Eigentümer von benachbarten Gärten animierte, ihre Gärten dorfgerecht zu gestalten.

2. Preis: Jugendgruppe Hönningen.
Die Jugendgruppe Hönningen zeichnet sich durch verschiedene Aktivitäten wie z.B. die Jugendkulturtage oder Ferienprogramme sowie die Renovierung des Jugendraumes aus. Doch ein besonderes Highlight stellt das Projekt Spielplatzgestaltung dar. Gemeinsam mit den Kindern erarbeiteten die Jugendlichen ein Gesamtkonzept für die Neugestaltung des Spielplatzes neben dem Kindergarten. Bis ins Detail haben die Jugendlichen geplant, Spielgeräte ausgewählt und immer wieder die Kinder mit eingebunden, in Kürze wird die Planung umgesetzt. Eine beachtliche, nachahmenswerte Leistung, so die Meinung der Kreiskommission.

3. Preis: SV 80 Ramersbach.
Der SV 80 Ramersbach mit seinen 292 Mitgliedern ist ein Sportverein der Sonderklasse. In einer kleinen „Halle“ von gerade einmal 45 qm Größe werden Tischtennis trainiert und sogar Wettkämpfe ausgetragen, 2 Jugendmannschaften trainieren regelmäßig trotz beengter Verhältnisse. Drei lizensierte Übungsleiterinnen leiten Kurse in Aerobic, Gesundheitssport und Rückenschule. Beliebt und gut besucht sind die Kindertanzgruppen, die über die Grenzen Ramersbachs hinaus auftreten und sich großer Beliebtheit erfreuen. Ein breit gefächertes Angebot, das trotz ungünstiger äußerer Umstände hier geboten wird, überzeugte die Jury.


Sonderpreis für herausragende Leistung im sozialen und kulturellen Bereich:
Stadt Remagen, Ortsteil Kripp, für die Ausrichtung eines bürgerschaftlich getragenen Weihnachtsmarktes.
„Es begann mit einer zaghaften Idee...“, so könnte der Beginn einer spannenden Geschichte des Ortsteils Kripp lauten. Es gab einen Weihnachtsbaum, der allein auf dem Dorfplatz stand. Der Ortsvorsteher und einige Bürgerinnen und Bürger meinten, dass ein kleiner Stand mit Glühweinausschank „nett“ wäre. Entstanden ist ein Weihnachtsmarkt mit vielen Ständen, die ausschließlich von den Bürgern errichtet und bestückt wurden. Es gab zu Trinken, selbstgemachte Reibekuchen, selbstgemachte Waffeln, eine türkische Familie bot Spezialitäten ihrer Heimat an. Alles wurde gespendet, einschließlich das Zurverfügungstellen der Holzhäuschen. Bis in die Nacht feierte Kripp seinen Bürgerweihnachtsmarkt, eine Aktion, die unbedingt gewürdigt werden muss, befand die Kreiskommission.

Sonderpreis für die vorbildliche und ganzheitliche Renovierung eines regionaltypischen Gebäudes: Ferienhaus der Eheleute Harry und Inge Baggen, Fachwerkhaus mit Scheune, Ahrtalstraße 6, in 53533 Eichenbach.

Das Ferienhaus der Familie Baggen ist ein Hingucker. Hier wurde bis ins Detail ein Schmuckstück regionaltypischer Baukultur saniert. Die Gestaltung der Fenster, die Hauseingangssituation mit Vorbau und Holztür, die Ausbildung der Lehmgefache und die Gestaltung der Giebelwand mit Holz einschließlich einer ansprechenden, harmonischen Farbgestaltung der gesamten Hofanlage haben die Kreiskommission überzeugt.

Anerkennungspreis 2009 des Kreises Ahrweiler: Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ortsteil Lohrsdorf, für die besondere Gestaltung von Details der dörflichen Infrastruktur.
Lohrsdorf hat in den vergangenen Jahren viele Oasen als Treffpunkt in der Ortslage geschaffen. Auffällig ist die gestalterische Qualität dieser verschiedenen Maßnahmen, eine Verknüpfung moderner Architektur mit regionalen Bezügen. Hierzu zählen die Umfeldgestaltung an der Kapelle, die verschiedenen Gabionenwände in der Ortslage, die Gestaltung von Brücken, die eine fußläufige Verbindung ermöglichen. „Gute Architektur am richtigen Platz“ war die Meinung der Kommissionsmitglieder und spricht damit dem Stadtteil Lohrsdorf diesen Anerkennungspreis zu.


© Kreisverwaltung Ahrweiler - 13.05.2009