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Kreis Ahrweiler will bundesweite Modellregion der Energiewende werden

„EnAHRgie“: Wissenschaftler der Europäischen Akademie forschen - Kommunen, Naturschutzverbände und Energieversorger eingebunden

Beim Vorhaben, die Energiewende umzusetzen, haben die Akteure - Private wie Kommunen - nach wie vor viele Hürden zu überwinden, beispielsweise in Form von gesetzlichen Auflagen im Landschafts- und Naturschutz. Der Kreis Ahrweiler will den Weg der Energiewende jetzt mit wissenschaftlicher Begleitung gehen. Profitieren können davon zahlreiche weitere Regionen - bundesweit.

„Für den Ausbau der Windkraft beispielsweise gibt es viele Restriktionen", sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei der Pressekonferenz zur Vorstellung von „EnAHRgie". Hinter dem Kürzel steht der offizielle Titel des anvisierten Bundesprojekts „Nachhaltige Gestaltung der Landnutzung und Energieversorgung auf kommunaler Ebene - Umsetzung für die Modellregion Kreis Ahrweiler". Der Kreis- und Umweltausschuss hat auf Vorschlag des Landrats jetzt grünes Licht für die Teilnahme des Kreises als Praxispartner gegeben. Die Federführung des Forschungsvorhabens liegt in den Händen der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH. Die Förderung wurde beantragt. Wenn der Zuschuss bewilligt ist, läuft die Finanzierung fast vollständig über Mittel des Bundesforschungsministeriums.

Der Einsatz von Erneuerbaren Energien - vor allem Windkraft, Solar, Biomasse und Wasserkraft - soll im AW-Land drei Jahre wissenschaftlich analysiert werden. Und zwar „ergebnisoffen", wie Pföhler betonte. Mit Blick auf die Vor-Ort-Beteiligten sprach er von einem „großen runden Tisch". Im Kern des Projekts „EnAHRgie" sind in einem Expertengremium - der so genannten Innovationsgruppe - unter anderem Kommunen, Wirtschafts- und Naturschutzverbände, Banken und Energieversorger eingebunden. Die Bürger werden ebenfalls beteiligt. Die wissenschaftliche Herangehensweise soll so mit dem Praxiswissen der Akteure vor Ort verzahnt werden.

Der Kreistag hat 2011 den Beschluss der 100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region gefasst. Will heißen: Der Strombedarf im AW-Kreis soll bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Ein Anteil von rund 10 Prozent am Gesamtstrombedarf ist bereits erreicht. Dies zeigt nach Pföhlers Worten deutlich, „dass die Maßnahmen von Kreis, Kommunen und Privaten zu greifen beginnen." Es zeige aber auch, „dass noch eine große Wegstrecke vor uns liegt."

Beispiele von Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen seien die Ausstattung der kreiseigenen Gebäude (meist Schulen) mit Fotovoltaikanlagen, das flächendeckende Solarkataster im Internet, die Umstellung auf moderne Heizungsanlagen mit alternativen Energieformen oder die Einrichtung der Energieagentur im Kreis Ahrweiler - „allesamt wichtige Bausteine auf dem langen Weg der Energiewende", so der Landrat. Wissenschaftler der Europäischen Akademie und von sieben weiteren wissenschaftlichen Institutionen verschiedener Fachrichtungen aus ganz Deutschland wollen diesen Weg jetzt durch ihre fachliche Expertise unterstützen.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 27.03.2014

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