Gute Noten für Kfz-Zulassungsstelle
Infas-Untersuchung im Kreishaus: Junge Kunden kritischer als ältere - Bargeldlose Zahlung gewünscht - Jährlich 75.000 Besucher

Die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle der Kreisverwaltung Ahrweiler hat bei ihrer ersten Kundenbefragung gute Noten erhalten. Positiv beurteilt wurden die Übersichtlichkeit der Räume, Öffnungs- und Wartenzeiten sowie Beratung und Freundlichkeit der Mitarbeiter. Veränderungen angeregt werden insbesondere beim bargeldlosen Zahlungsverkehr und den Parkplätzen.

Zum Hintergrund: Die Kreisverwaltung befindet sich im Wandel und beschreitet Wege zu neuen Steuerungsmodellen und einer "schlanken Verwaltung". Als modernes Dienstleistungsunternehmen wird auch der enge Informationsaustausch mit dem Kunden und Bürger gesucht. Nach der kürzlichen internen Befragung beim Bauamt lief die Erhebung in der Kfz-Zulassungsstelle jetzt im größeren Rahmen ab.

Das Institut für Sozialforschung "infas" erkundigte sich eine Woche lang mit einem detaillierten Fragebogen bei den Kunden. Insgesamt 467 Bögen wurden ausgefüllt. Die Kfz-Zulassungsstelle ist der Arbeitsbereich mit dem höchsten Publikumsverkehr im Kreishaus. In der Ahrweiler Wilhelmstraße werden derzeit rund 88.000 Fahrzeuge des AW-Kreises verwaltet - Tendenz steigend. Jährlich 75.000 Personen suchen die Kfz-Zulassung auf.

Die Ergebnisse der infas-Umfrage: 77 Prozent der Kunden kommen zur Zulassung oder Ummeldung ihres Fahrzeugs, 26 Prozent zur Abmeldung und acht Prozent wegen einer Änderung der Fahrzeugpapiere. 15 Prozent sind Händler, 85 Prozent Privatleute.

Mit den Öffnungszeiten zufrieden sind 79 Prozent. Von den 21 Prozent Unzufriedenen möchten knapp zwei Drittel der Befragten eine längere Öffnungszeit, und zwar täglich von 7.30 Uhr bis 14 Uhr (die Kfz-Zulassung schließt um 12 Uhr). Ein Drittel innerhalb der 21 Prozent, die andere Zeiten wünschen, wollen einen durchgehenden langen Donnerstag bis 18 Uhr, also keine zweistündige Schließung am Mittag. Ein Drittel der "Unzufriedenen" ist jünger als 25 Jahre, zwölf Prozent älter als 50 Jahre. Die Jüngeren stehen den Öffnungszeiten also kritischer gegenüber als ältere Bürger.

Ähnliches gilt für die räumliche Aufteilung und die Einrichtung. Mehr als 90 Prozent finden die Räume "sehr" beziehungsweise "im großen und ganzen übersichtlich" sowie die Einrichtung "sehr" bzw. "überwiegend angenehm". Der Anteil der "sehr" zufriedenen älteren Kunden ist in beiden Fällen etwa doppelt so hoch wie der an jüngeren Bürgern. Mit der fachlichen Beratung sind 38 Prozent "sehr zufrieden", 52 Prozent "zufrieden" und sechs Prozent "(teilweise) unzufrieden". Ähnlich wird die Freundlichkeit der Mitarbeiter beurteilt.

Als sinnvolle und erfolgreiche Investition erwies sich die vor einigen Monaten installierte Aufrufanlage. Mehr als zwei Drittel der Besucher empfinden die elektronische Reihenfolge-Regelung als Erleichterung beim Warten.

Ein Wunschkennzeichen beantragen 30 Prozent, 66 Prozent wollen keine persönliche Buchstaben-Zahlenkombination (vier Prozent: keine Angaben). Die Hälfte derer, die ein solches Kennzeichen beantragt hat, erhält auch eines. Diejenigen, bei denen dies nicht möglich ist, ärgern sich darüber "nicht" (31%), "ein bißchen" (46%) und "sehr" (22%).

Den bargeldlosen Zahlungsverkehr, der bislang nicht eingeführt ist, hält ein Drittel für "wichtig" bzw. "sehr wichtig"; für 40 Prozent ist er "nicht so wichtig" und für 24 Prozent "ganz unwichtig" (vier Prozent machten keine Angaben). Interessant wieder der Altersvergleich: Deutlich mehr Jüngere als Ältere wollen den bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Die Wartezeit empfanden 15 Prozent der Befragten als "kurz", 52 Prozent als "angemessen", 23 Prozent als "etwas zu lang" und sieben Prozent als "viel zu lang". Die Hälfte der Befragten wartete bis zum Aufruf zwischen fünf und zehn Minuten. 20 Minuten Wartezeit werden als "Schmerzgrenze" akzeptiert; "unzumutbar" seien 45 Minuten, schlußfolgert infas. Die Kreisverwaltung freut sich über die insgesamt positive Beurteilung. Die Behörde prüft jetzt, inwieweit sie den Wünschen der Bürger entgegenkommen kann.





© Kreisverwaltung Ahrweiler - 20.06.1996