Sommer: Massen von Wespen und besorgten Anrufern


„Wir haben ein Wespennest am Haus. Wie sollten wir uns verhalten? Wer kann helfen?“ Solche und ähnliche Fragen gehen derzeit massenhaft bei der Kreisverwaltung Ahrweiler, den Rathäusern und den Feuerwehren ein. Die Anrufer sind besorgt wegen Hornissen, Hummeln, Bienen und vor allem Wespen. In einer Pressemeldung gibt die Kreisverwaltung Tipps und nennt Hintergründe.

Viele Bürger fühlen sich durch die fliegenden Insekten belästigt oder sogar bedroht. „Aber bei etwas gutem Willen und Toleranz ist das Nebeneinander von Mensch und Insekt möglich“, heißt es aus dem Kreishaus. Information sei wichtig. Denn oft sei die Angst unbegründet. Wer die Lebensweise von Wespen besser kenne, könne sein Verhalten darauf abstellen und einfache Sicherungsmaßnahmen treffen.

Das Verhalten von Wespen hängt stark von der Umgebung ab. Im unmittelbaren Nestbereich von etwa vier Metern gehen alle Wespenarten bei Störungen zur Verteidigung über. Die gelb-schwarzen Flieger haben zwar mit Vorurteilen zu kämpfen, sind aber im Normalfall nicht aggressiv und stechwütig. Rücksicht in Nestnähe, einfache Vorsichtsmaßnahmen beim Aufenthalt im Freien und vorbeugender Schutz in Haus- und Hof schonen Wespenleben und die eigenen Nerven. Alle Staaten bildenden Wespenarten sind in den hiesigen Breiten einjährig; die Arbeiterinnen, die alte Königin und die Drohnen sterben im Spätsommer oder Herbst, das gebaute Nest wird aufgegeben und nicht wieder besiedelt.

Konkrete Tipps:
·Abstand von zwei bis drei Metern vom Nest halten und Erschütterungen in diesem Bereich, etwa durch Rasenmähen, vermeiden.

·Kleinkinder durch niedrige Absperrungen vom Nestbereich fernhalten.

·Nicht mit Gegenständen in möglichen Einfluglöchern stochern.

·Keine Wasserschläuche auf Wespennester halten.

·Tiere im Nestbereich nicht anpusten; die warme, feuchte und kohlendioxidhaltige Atemluft ist für die Tiere ein Alarmsignal.

·Keinesfalls Insektenbekämpfungsmittel einsetzen; diese lösen gefährliche Abwehrreaktionen der Tiere aus.

·Vorsicht beim Verzehr von süßen Speisen und Getränken im Freien; das lockt die Tiere an.

Nur wenn ein Wespennest eine unmittelbare Gefahr darstellt, etwa für Allergiker, ist an das Entfernen des Nestes zu denken. Dann sollten Fachleute eine Umsiedlung prüfen. Hier hilft der Anruf bei einem Imker oder bei der Kreisverwaltung (Landespflege, Ruf 02641/975-442).

Kommt nur das Bekämpfen in Betracht, muss zunächst geklärt werden, dass es sich nicht um das Nest einer Hornisse oder einer anderen geschützten Art handelt. Für die Nestbeseitigung von Tieren, die unter Artenschutz stehen, ist eine Ausnahmegenehmigung der Oberen Landespflegebehörde in Koblenz erforderlich (SGD/Nord, Stresemannstraße 3-5, 56068 Koblenz, Ruf 0261/120-2102).

Für das Beseitigen von Wespennestern im Privatbereich ist ein ausgebildeter Insektenbekämpfer zuständig. Adressen stehen in manchen „Gelben Seiten“ des Telefonbuchs. Die Kosten trägt der Auftraggeber. Kein Laie darf selbst mit Giften gegen die wehrhaften Insekten vorgehen. Das Sprühen von haushaltsüblichen Insektiziden ist sinnlos: Erstens reichen solche Stoffe nicht aus, um ein großes Nest gefahrlos abzutöten; zweitens löst dies gefährliche Abwehrreaktionen der Tiere aus.

Wespen sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Für Arten wie die Hornisse gelten durch die Artenschutzverordnung noch strengere Kriterien. Ein Verstoß gegen diese Vorschriften ist eine Ordnungswidrigkeit und kann teuer werden.




© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.08.2004