Hitzschlaggefahr bei Kaninchen und Ziervögeln wird oft unterschätzt
Sommer: Bello und Mietze und Co. brauchen Schatten, Frischluft und Trinkwasser

Die sengende Sonne macht auch Tieren zu schaffen. Das gilt für Hund, Katze, Meerschweinchen und Co. im und am Haus, vor allem aber in überhitzten Autos. Die Veterinäre der Kreisverwaltung Ahrweiler nennen Einzelheiten.

„Messungen in verschiedenen Pkw haben ergeben, dass bei einer natürlichen Sonnenbestrahlung über vier Stunden bei einer Außentemperatur von 29 Grad die Innentemperatur auf durchschnittlich 67 Grad steigt, je nach Lackfarbe der Autos wurden auf der Hutablage sogar 105 Grad gemessen“, weiß Amtstierarzt Dr. Otto Gaudlitz.

Seine Tipps: Erhöhte Hitzschlaggefahr drohe allen Tieren, die bei hohen Außentemperaturen im Auto transportiert werden. Für längere Fahrten sollten daher die kühleren Tages- oder Nachtzeiten eingeplant werden. Empfehlenswert seien ausreichend Trinkwasser und helle Tücher, die bei Sonneneinstrahlung angefeuchtet werden und als kalte Kompressen oder verdunstungsaktive Käfigabdeckung dienen. Ein Tier dürfe nur für kurze Zeit im geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden. Dr. Gaudlitz: „Offene Fensterspalten sind bei Hitze kein ausreichender Klimaschutz. Da kommt es schnell zu einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.“

Auch im und am Haus könne die Hitze für Bello und Mietze zur Qual werden. Wenn ein kühler Schattenplatz, Frischluft und Trinkwasser fehlten, entstehe in den Tierkörpern ein Wärmestau, der zu einem Hitzschlag führen könne. Abgeschlagenheit, Unruhe oder Taumeln seien erste Alarmzeichen, die vom Tierbesitzer sofortiges Handeln verlangten. Das Tier müsse sofort in den Schatten oder einen kühlen Innenraum gebracht und mit frischem Trinkwasser und Frischluft versorgt werden. Bei Krämpfen, Atemnot oder gar Bewusstlosigkeit bestehe akute Lebensgefahr. Zeige ein Tier diese Symptome, sollte es mit feucht-kalten Tüchern bedeckt sofort zum Tierarzt gebracht werden. Während des Transports sei es wichtig, auf ausreichende Luftzirkulation zu achten.

„Gefährdet sind vor allem ältere oder herzkranke Hunde und Katzen sowie hochträchtige und ganz junge Tiere“, fährt der Leiter des Kreis-Veterinäramtes fort. Tiere sollten nicht der sengenden Mittagshitze ausgesetzt werden. Auch bei robust erscheinenden Tieren sei es ratsam, körperliche Aktivitäten immer auf die kühleren Tageszeiten zu verlegen.

Bei Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögeln werde die Hitzschlaggefahr oft unterschätzt. Gerade Ziervögeln, deren Käfige oder Freigehege im Laufe des Tages der vollen Sonnenbestrahlung ausgesetzt seien, sollte permanent eine natürliche Schattenquelle zur Verfügung stehen. Die handelsüblichen kleinen Schutzhäuschen aus Sperrholz reichten als alleinige Schattenspender nicht aus. Auch sei es ein Irrglaube, Kaninchen und Meerschweinchen benötigten kein Trinkwasser. „Dieser Irrtum kann im Hochsommer für die Tiere tödliche Folgen haben“, warnt Gaudlitz abschließend.




© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.08.2004