Jäger unverzichtbar im Kampf gegen Schweinepest
Landrat würdigt Verdienste der 1.000 Weidmänner – Dieter Stich leitet Kreisjagdbeirat

Den Stellenwert der Jagd und der rund 1.000 Jäger im Kreis Ahrweiler hat Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei der jüngsten Sitzung des Kreisjagdbeirates unterstrichen. Die Jäger seien „hochkompetente Berater“ der Kreisverwaltung als Unterer Jagdbehörde, „unverzichtbar“ sei deren ehrenamtliche Hilfe im Kampf gegen die Schweinepest gewesen.

Bei der jüngsten Sitzung ging es in erster Linie um die Abschusspläne für das Jagdjahr 2005/2006. „Die Herausforderung besteht oftmals darin, die berechtigten Ansprüche von Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz sowie die Sicherung eines gesunden, der Landeskultur angepassten Wildbestandes in Einklang zu bringen,“ sagte Pföhler. Das von Kreisjagdmeister Dieter Stich geleitete Gremium besteht aus 15 Personen. Dabei handelt es sich um Vertreter von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagdgenossenschaften, Jagdscheininhabern, Jagdpächtern, Eigenjagdbesitzern, Naturschutzverbänden und Gemeinden.

Zum Thema Jagd im AW-Kreis einige Fakten: Im AW-Land mit seinem Waldreichtum (52 Prozent der Kreisfläche) bestehen gute Voraussetzungen für Rotwild als größte Wildart sowie Reh-, Muffel-, Schwarz- und andere Wildarten. Die Jagd wird in 138 gemeinschaftlichen Jagdbezirken sowie in 62 privaten und staatlichen Eigenjagdbezirken ausgeübt. Die Rotwildreviere gehören dem Rotwildring Ahrweiler/Mayen an, der im Rotwildkerngebiet 15.400 Hektar und im Rotwildrandgebiet 24.900 Hektar umfasst.

Im Kampf gegen die Schweinepest wurden in den vergangenen drei Jahren 11.000 Stück Schwarzwild erlegt und untersucht sowie 500.000 Impfköder ausgebracht. Kreisweit fließen pro Jahr rund 430.000 Euro an Jagdsteuer in die öffentlichen Kassen. Hinzu kommen die von den Pächtern gezahlten Jagdpachten von mehr als zwei Millionen Euro; die Gelder kommen meist Gemeinschaftsaufgaben zugute, die ansonsten die Kommunen bezahlen müssten.

Im vergangenen Jagdjahr wurden 1.183 Stück Rotwild, Muffelwild (192), Rehwild (3.073) und Schwarzwild (3.400) erlegt. Der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre: Rotwild 1.130 Stück, Muffelwild 140, Rehwild 3.130 und Schwarzwild 3.500. Beispiele für die Jagdstrecke beim Haar- und Federwild im vergangenen Jagdjahr: 272 Hasen, 520 Wildkaninchen, 1.320 Füchse, 600 Ringeltauben, 420 Stockenten, 680 Rabenkrähen, 360 Elstern. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V., in dem die meisten der 1.000 Jäger über die Kreisgruppe Ahrweiler organisiert sind, ist staatlich anerkannter Naturschutzverband.

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An einem Tisch: Landrat Dr. Jürgen Pföhler (stehend), Kreisjagdmeister Dieter Stich (2.v.r.) sowie Mitglieder des Kreisjagdbeirates und Mitarbeiter der Kreisverwaltung.







© Kreisverwaltung Ahrweiler - 08.07.2005