Oberster Veterinär und Landwirt Dr. Otto Gaudlitz tritt in den Ruhestand
Moderne Lebensmittelüberwachung aufgebaut und Tierseuchen bekämpft – Gute Zusammenarbeit mit Landwirten, Jägern und Tierärzten betont – Mann mit Humor

Dr. Otto Gaudlitz tritt nach 34 Jahren als Amtstierarzt in den Ruhestand. Bei einer Feierstunde mit mehr als 100 Gästen würdigte Landrat Dr. Jürgen Pföhler den Leiter des Kreis-Veterinäramtes Ahrweiler als „ausgewiesenen Experten und als Mann, der auch bei größter Arbeitsbelastung den Humor nicht verloren und stets konstruktive Ruhe bewahrt hat.“

Als herausragende Leistungen des Tiermediziners bezeichnete Pföhler den Aufbau einer modernen Lebensmittelüberwachung und die über Jahrzehnte laufende Bekämpfung mehrerer Tierseuchen. Besondere Projekte mit überregionaler Ausstrahlung seien die frühe Koordination der „Gesundheits- und Fitnessregion Kreis Ahrweiler“ gewesen, „Der Bauernhof als Klassenzimmer“, das alleine 2005 mehr als 1.000 Kindern ein lebensnahes Bild der Landwirtschaft vermittelte, die „Tage der offenen Höfe“ in Gelsdorf, zu denen Gaudlitz 1996 den Anstoß gegeben habe, sowie die Ideen zur Vermarktung ökologisch erzeugter Lebensmittel in Großküchen, zur regionalen Vermarktung von Rindfleisch und zur landwirtschaftlichen Selbstvermarktung.

Bis auf die dreijährige Leitung des Veterinäramtes im Rhein-Lahn-Kreis verbrachte Gaudlitz seine komplette Dienstzeit im Kreis Ahrweiler, wo er fünf Landräte erlebte. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Bekämpfung von Tierseuchen wie Brucellose, Tuberkulose, Geflügelpest, Schweinepest, Tollwut, Maul- und Klauenseuche sowie BSE. Dabei hob Gaudlitz die „stets gute und enge Zusammenarbeit mit Landwirten, Jägern, Fachverbänden, Tierärzten und meinen Kolleginnen und Kollegen in der Kreisverwaltung“ hervor.

Jüngst angestoßene Aufgaben betreffen den Einsatz von Biomasse zur Energiegewinnung und als neue Einnahmequelle für Land- und Forstwirte sowie das Entwicklungs- und Erprobungsprojekt „Rotationsbeweidung“, für das der AW-Kreis Modellregion werden soll. Der Mediziner war oder ist, teilweise ehrenamtlich, engagiert in Organisationen wie dem Höfeausschuss, dem Jägerprüfungsausschuss, der Landestierärztekammer und im Vorstand des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte.

Mit Humor erinnerte sich der scheidende Amtstierarzt an die winterlichen Massenuntersuchungen und –impfungen von Rindern. Dabei zog er einen Vergleich zu Humanmedizinern: Die Aufforderung „Bitte halten Sie den Arm zur Blutentnahme still“ sei „bei den vierbeinigen Patienten nicht immer auf Verständnis gestoßen“. Die Folge: blaue Flecken an allen möglichen Körperstellen eines Tierarztes. „Manche Kuriositäten eines so langen Berufslebens finden vielleicht Eingang in einem kleinen Buch“, überlegte Gaudlitz. Zeit dazu habe er ja nun.

An der Abschiedfeier nahmen die Vertreter zahlreicher Organisationen und staatlicher Einrichtungen teil: Jäger, Land- und Forstwirte, Fischer, Imker, Tierschützer und Tierzüchter, Land- und Forstwirte, Polizei und Rettungsdienste.

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Dr. Otto Gaudlitz (l.) nahm Abschied, Dr. Jürgen Pföhler überreichte ihm die Dankurkunde.







© Kreisverwaltung Ahrweiler - 27.10.2006