Naturschutzprojekt Obere Ahr-Hocheifel: Maßnahmenplanung ist angelaufen
200 Grundstückseigentümer nutzten Infoveranstaltungen – Projektleiter Dr. Mölle: „Anregungen sind uns sehr wichtig“

Jetzt wird es konkret: Nach diversen Vorarbeiten, zahlreichen Gesprächen und ausführlichen Informationsveranstaltungen ist beim Naturschutz-Großprojekt „Obere Ahr-Hocheifel“ der Planungs- und Abstimmungsprozess so weit fortgeschritten, dass die Pläne zu den konkreten Einzelmaßnahmen angelaufen sind. Angepeilt ist beispielsweise, an der Ahr und den Bächen im Adenauer Land künstliche Verbauungen naturnah umzugestalten, die herkömmliche Grünlandnutzung wieder zu ermöglichen und Grundstücke zusammenzulegen.

Das Projekt Obere Ahr-Hocheifel ist das umfangreichste Naturschutzvorhaben des Kreises Ahrweiler. Es erstreckt sich im Kerngebiet auf nahezu alle im Gebiet der Verbandsgemeinde Adenau vorkommenden Fließgewässer und Auenbereiche und ist knapp 3.300 Hektar groß. Das Ziel: die Oberahr und sämtliche Zuflüsse einschließlich ihrer Auen schützen und in ihrer natürlichen Entwicklung nachhaltig sichern. Weitere Vorteile neben der Ökologie entfalten sich in der Landwirtschaft, beim Hochwasserschutz und im Tourismus. – Die Grundlagenerfassung sowie die flächenscharfe Leitbild- und Zielentwicklung sind abgeschlossen, berichtet die Kreisverwaltung in ihrer Zwischenbilanz.

Drei Veranstaltungen in Leimbach, Wershofen und Barweiler haben die breite Öffentlichkeit in den Abstimmungsprozess eingebunden. Angesprochen waren Grundstückseigentümer, Bewirtschafter und Interessierte, die ihre Ideen und Bedenken einbringen konnten. An Detailkarten wurden die mehr als 200 Teilnehmer über die naturschutzfachlichen Zielvorstellungen auf ihren Grundstücken informiert. Anregungen wurden gesammelt und ausgewertet.

Projektleiter Dr. Jochen Mölle: „Bei jeder Veranstaltung wurden Chancen formuliert, die die Teilnehmer in dem Projekt für die Region sehen. So führt die ökologische Verbesserung zu einer Aufwertung der Landschaft und indirekt des Tourismus. Eine Chance wurde auch darin gesehen, dass der Flächentausch und die Zusammenlegung eine bessere Bewirtschaftung ermöglichen. Mehrere Teilnehmer äußerten bereits bei den Veranstaltungen das Interesse, sich an den Maßnahmen zu beteiligen oder ihre Flächen zu verkaufen.“

Die Ortsbürgermeister haben die Kartenentwürfe erhalten. „Somit konnten die Interessierten nochmals und in Ruhe Einsicht nehmen und ihre Hinweise an uns weitergeben“, so Mölle. Diese Hinweise seien geprüft und größtenteils in den Planungen berücksichtigt worden.

Die projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) mit 40 Vertretern von Behörden und Verbänden brachte die Zielentwicklungen in der vierten Sitzung zum Abschluss. Darauf bauen die konkreten Maßnahmen jetzt auf. „Die Ergebnisse werden im November auf weiteren Veranstaltungen präsentiert und zur Diskussion freigegeben“, kündigte Mölle an.

Der Projektleiter: „Dann hoffen wir auf eine solche Unterstützung aus der Bevölkerung wie bei den bisherigen Veranstaltungen. Die gesammelten Anregungen und Bedenken sind für uns sehr wichtig. Es nützt nämlich nichts, im stillen Kämmerlein Dinge zu planen und dann in der Umsetzungsphase festzustellen, dass wir sie nicht verwirklichen können, weil die Leute vor Ort nicht dahinterstehen.“ Wichtig aus Mölles Sicht: „Wir werden nur Maßnahmen umsetzen, wenn sich die Flächeneigentümer und –nutzer freiwillig daran beteiligen.“

Info: www.kreis-ahrweiler.de („Aktuelles“) oder www.obere-ahr-hocheifel.de.

Foto: Die Fließgewässer und Auen im Adenauer Land – hier Ahr mit dem „Prümer Tor“ zwischen Insul und Schuld – werden renaturiert.

Foto: Wo ist mein Grundstück? Mehr als 200 Bürger informierten sich bei Veranstaltungen in Leimbach, Wershofen und Barweiler.










© Kreisverwaltung Ahrweiler - 23.07.2010