100 neue Quellbäche, 448 Kilometer Fließgewässer
Obere Ahr-Hocheifel: Planungsphase verlängern, Umsetzungsphase beantragen – Größtes Naturschutzprojekt im Kreisgebiet

Beim Naturschutz-Großprojekt Obere Ahr-Hocheifel soll sich die Planungsphase bis zum 30. April 2011 verlängern. Für die anschließende Umsetzungsphase sind neun Jahre eingeplant. Das meldet die Kreisverwaltung Ahrweiler.

Der Kreis- und Umweltausschuss hat die Weichen für eine Verlängerung der Planungsphase gestellt. Die Zusatzzeit, die der Kreis über das rheinland-pfälzische Umweltministerium beim Bundesamt für Naturschutz in Bonn beantragt hat, soll rund fünf Monate betragen. Die Umsetzungsphase soll dann im Sommer 2011 beantragt werden. Bund und Land finanzieren das Vorhaben zu 90 Prozent.

Es handelt sich um das größte Naturschutzprojekt im Kreis Ahrweiler. Es wird in der Verbandsgemeinde Adenau umgesetzt. Die Oberahr und sämtliche Zuflüsse sollen geschützt und in ihrer natürlichen Entwicklung nachhaltig gesichert werden. Weitere Vorteile liegen beim Hochwasserschutz, der Landwirtschaft und im Tourismus.

Als langfristige Ziele der Oberen Ahr-Hocheifel sind angepeilt:
•die Sicherung und Wiederherstellung des Gewässer-Aue-Systems,
•der Erhalt und die Entwicklung einer standortgemäßen Vielfalt an Arten und Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren,
•die Wiederherstellung des natürlichen Hochwasser-Rückhaltevermögens,
•die Sicherung und Entwicklung der Naturraum-typischen offenen Wiesentäler mit ihren blütenreichen Wiesen in längeren, zusammenhängenden Abschnitten.

Für die Erweiterung der Planungsphase gibt es mehrere Gründe: So hat die flächendeckende Biotopkartierung gezeigt, dass mehr als 100 Quellbäche des Gewässersystems der Ahr bisher auf keiner Kartengrundlage erfasst waren. Neueste Vermessungen des Landes ergeben, dass sich das Kerngebiet um zwölf Prozent auf 3.287 Hektar vergrößert. Die gemessene Strecke der Fließgewässer verlängert sich von 294 auf 448 Kilometer – plus 52 Prozent.

Projektleiter Dr. Jochen Mölle: „Die Abstimmung der Planung in der Öffentlichkeit kommt gut voran. Bei unseren Regionalveranstaltungen mit mehr als 200 Teilnehmern wurde der Wunsch geäußert, die 37 Ortsgemeinden noch enger in die Planung einzubinden. Deshalb haben wir die Arbeitskarten allen Gemeinden zwecks Rückkopplung zur Verfügung gestellt.“

Flächeneigentümer und Landwirte hätten ebenfalls Interesse an weiteren Infoveranstaltungen bekundet. Diese fänden noch in diesem Jahr statt, nachdem jetzt die konkreten Entwürfe zu den Maßnahmen vorliegen. Mölles Fazit: „Durch die umfassende Abstimmung vor Ort steigen die Chancen für eine erfolgreiche praktische Umsetzung erheblich.“

Infos im Internet: www.kreis-ahrweiler.de, „Verwaltung online“; oder direkt www.obere-ahr-hocheifel.de.

Foto: Die Sicherung von offenen Wiesentälern, wie hier bei Eichenbach, ist eines der Ziele, die das Projekt Obere Ahr-Hocheifel verfolgt.







© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.11.2010