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HINWEIS (Artikel vom 31.03.2017):
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Neues Abfallwirtschaftskonzept ab 2018 bringt zus├Ątzliche Leistungen

Individuelle M├╝llgeb├╝hren, Verg├╝tung f├╝r Altpapier, Pflegetonne, h├Ąufigere Leerung der Biotonne, Express-Service f├╝r Sperrm├╝ll und Elektroschrott

Der Kreis Ahrweiler ├Ąndert sein Abfallwirtschaftskonzept zum 1. Januar 2018. Der Grund sind Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes des Landes Rheinland-Pfalz sowie der Abfallwirtschaftsplan des Landes. Au├čerdem endet der Entsorgungsvertrag mit der Firma Remondis zum Jahresende 2017, die derzeit unter anderem f├╝r die Leerung der schwarzen Restm├╝ll- und der brauen Biotonnen zust├Ąndig ist. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 31. M├Ąrz 2017 ├╝ber das neue Konzept des Abfallwirtschaftsbetriebs Kreis Ahrweiler (AWB) zu beschlie├čen. Kern der Neuerungen sind ein neues Geb├╝hrensystem und zus├Ątzliche Leistungen f├╝r die B├╝rger.

Die Eckpunkte sind:

  • Die Entsorgungsgeb├╝hren werden pro Haushalt individuell gestaffelt. Wer seinen Restm├╝ll f├╝r die graue Tonne sorgf├Ąltig trennt, kann seine Geb├╝hren positiv beeinflussen.
  • Der Erl├Âs aus den Altpapiertonnen wird B├╝rgern und Gewerbebetrieben r├╝ckverg├╝tet.
  • Eine neue Pflegetonne wird eingef├╝hrt.
  • Die Biotonne wird zwei Monate l├Ąnger jede Woche geleert.
  • Neu eingef├╝hrt werden Zusatzleistungen wie der Express-Service f├╝r das Abholen von Sperrm├╝ll und Elektroschrott binnen drei Tagen sowie das Angebot der M├╝lltonnenw├Ąsche.
  • Das bestehende und bekannte Leistungsspektrum des AWB wird fortgef├╝hrt: Dazu z├Ąhlen - unter anderem - die drei Abfallwirtschaftszentren in Niederzissen, Remagen-Kripp und Leimbach, Vor-Ort-Sammlungen von Problemabf├Ąllen und Gr├╝nschnitt sowie die elf Astsammelpl├Ątze in verschiedenen Gemeinden.

Auch die Gelbe Wertstofftonne bleibt bestehen. Dieses System ist privatwirtschaftlich organisiert, au├čerhalb der Zust├Ąndigkeit des AWB.

Die Abfallwirtschaft ├Ąndert sich seit Jahren. So ist beispielsweise Altpapier ein wertvoller Rohstoff auf dem internationalen Papiermarkt. Ab 2018 wird der AWB die Erl├Âse, die er vom Verkauf an die Firma Weig in Mayen erh├Ąlt, kilogenau an die B├╝rger r├╝ckverg├╝ten. Dazu werden die blauen Papiertonnen am M├╝llfahrzeug gewogen und ├╝ber einen Chip an der Tonne dem Grundst├╝ck zugeordnet und abgerechnet.

Die neue Pflegetonne ist gedacht f├╝r Familien mit Kleinkindern (Windeln) und pflegebed├╝rftigen Menschen.

Die w├Âchentliche Sammlung der Biotonnen wird um zwei Monate ausgedehnt, und zwar von April bis Oktober. Damit wird der Entsorgungsmehrbedarf f├╝r Gr├╝nschnitt sowie f├╝r alle Speise- und K├╝chenabf├Ąlle auf die gesamte Vegetationsperiode erweitert.

Abfallgeb├╝hren seit 17 Jahren auf gleichem Niveau

Grund f├╝r die Ver├Ąnderung des Geb├╝hrensystems sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Abfallgeb├╝hren im AW-Kreis befinden sich auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2000. Andererseits betrug die Steigerung der allgemeinen Lebenshaltungskosten in diesen 17 Jahren 27 Prozent. Wenn das aktuelle Geb├╝hrenkonzept unver├Ąndert bleiben w├╝rde, h├Ątte das Geb├╝hrenerh├Âhungen von 10 bis 30 Prozent je nach Kostentr├Ąger zur Folge, etwa f├╝r Nutzer von Biotonnen, Inhaber von Ferienwohnungen oder Gewerbebetriebe. Und: In diesen Kostensteigerungen w├Ąren die neuen Zusatzleistungen nicht enthalten.

Ziel des AWB-Konzepts ist es jedoch, das derzeitige Geb├╝hrenniveau - einschlie├člich der neuen Zusatzleistungen - auch in Zukunft f├╝r die B├╝rger m├Âglichst stabil zu halten. Daf├╝r ist jedoch Mithilfe aller B├╝rger notwendig. Das hei├čt: Wer seinen M├╝ll in Zukunft noch besser trennt, kann mehr Rohstoffe sichern und so selber und eigenverantwortlich bestimmen, was er an M├╝llgeb├╝hren zahlt. Solche Konzepte laufen seit Jahren beispielsweise in den Kreisen Altenkirchen, Cochem-Zell und Rhein-Hunsr├╝ck sowie seit 2016 in Mayen-Koblenz.

Der AWB kann die Geb├╝hrenstabilit├Ąt beim M├╝ll langfristig nur gemeinsam mit den B├╝rgern erreichen, wenn n├Ąmlich die Restabfallmenge aus der grauen Tonne sinkt und die Inhalte in der richtigen Tonne landen. Dies ist realistisch, wie Sortieranalysen der Abf├Ąlle im Kreis Ahrweiler durch ein externes Fachinstitut zeigen.

Denn die grauen Restm├╝llonnen enthalten im Durchschnitt 25 Prozent Bioabf├Ąlle sowie 15 Prozent Altpapier und Verpackungen. Zugleich bleiben 30 Prozent des Inhalts der Restabfalltonnen leer und damit ungenutzt. Diese Ergebnisse legen die Konsequenz nah: Eine zweiw├Âchentliche Abfuhr des Restm├╝lls ist nicht notwendig, wenn richtig sortiert wird. Die Kosten k├Ânnen entsprechend eingespart werden.

An diesem Punkt greift das neue individuelle Konzept. Die vorhandenen Einsparpotenziale werden genutzt, denn die Restm├╝llabfuhr wird auf eine kosteng├╝nstigere Vier-Wochen-Leerung der grauen Tonne umgestellt. Wem das nicht ausreicht und mit dem Platz in der grauen Tonne nicht auskommt, kann eine gr├Â├čere M├╝lltonne bestellen, muss sie aber auch bezahlen. Wichtig: Die B├╝rger m├╝ssen f├╝r ihre Restm├╝lltonnen nur dann bezahlen, wenn sie zur Leerung an die Stra├če gestellt werden. Aus Hygienegr├╝nden m├╝ssen mindestens sechs Leerungen im Jahr vorgenommen und bezahlt werden. ├ťber die neue Geb├╝hrenkalkulation und die einzelnen Geb├╝hrens├Ątze wird der Kreistag im Herbst entscheiden.

Neue Geb├╝hr hat vier Bestandteile

Die neue Abfallgeb├╝hr ab 2018 hat daher vier Bestandteile:

  • Die Basisgeb├╝hr (wie bisher gestaffelt nach Haushaltsgr├Â├če und unterschieden nach Biotonnen-Nutzern und Eigenkompostieren),
  • die sechs Mindestleerungen der Restabfalltonne (gestaffelt nach Tonnengr├Â├če),
  • die zus├Ątzlichen Leerungen der Restabfalltonne und gegebenenfalls der Pflegetonne (nach Anzahl der Leerungen und gestaffelt nach Tonnengr├Â├če),
  • sowie die R├╝ckverg├╝tung f├╝r Altpapier in der blauen Tonne (nach Kilogramm).

F├╝r Gewerbetreibende und Selbstanlieferer bei den Abfallwirtschaftsanlagen ergeben sich keine Ver├Ąnderungen im System. Auch Gewerbetreibende erhalten ab 2018 eine Gutschrift f├╝r das bei ihnen gesammelte Altpapier.

Der AWB startet im Sommer 2017 mit dem Austausch der bis zu 25 Jahre alten grauen und braunen M├╝lltonnen im Kreis, weil der Entsorgungsvertrag mit der Firma Remondis am Jahresende ausl├Ąuft. Die bisher gemieteten M├╝lltonnen werden durch kreiseigene Gef├Ą├če ersetzt. N├Ąhere Informationen erhalten alle Grundst├╝ckseigent├╝mer rechtzeitig im Fr├╝hsommer. Weitere Infos erteilt die AWB-Abfallberatung unter Ruf 02641/975-222 und /975-444 oder unter info@awb-ahrweiler.de.


© Kreisverwaltung Ahrweiler - 31.03.2017

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