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Martinsfeuer: Brauchtum pflegen, Naturschutz beachten

AbfÀlle verbrennen ist strikt verboten - MindestabstÀnde einhalten

Der Martinsbrauch hat eine lange Tradition und erfreut sich großer Beliebtheit. Damit der Aufbau und das Abbrennen der Martinsfeuer einen schönen und zugleich umweltfreundlichen Höhepunkt der UmzĂŒge bilden, gibt die Kreisverwaltung Ahrweiler wieder einige Tipps. Es geht um Naturschutz und den korrekten Umgang mit Abfall.

Zum Naturschutz: Reptilien, Igel, Frösche und MĂ€use suchen sichere PlĂ€tze fĂŒr die Winterruhe. Geeignet erscheint ihnen dafĂŒr das ĂŒber Wochen aufgeschichtete organische Brennmaterial des Martinsfeuers. Doch Vorsicht: Tiere können am Martinstag Opfer des Flammentodes werden. Daher sollten die „Bauherren" das Brennmaterial, wie Hölzer und StrĂ€ucher, erst wenige Tage vor dem Abbrennen auf dem Feuerplatz aufschichten. Sinnvoll ist es auch, das Feuer mit einigem Abstand zum Boden auf StĂ€ndern zu errichten. Auch dies mindert den Anreiz fĂŒr Tiere, sich dort ihren Platz fĂŒr die Winterruhe zu suchen.

Die Standorte der Feuer mĂŒssen mit den jeweiligen Gemeinde- und Stadtverwaltungen abgestimmt werden. Wer den alten Platz verlĂ€sst und einen neuen Standort wĂ€hlt, muss dies zuvor mit der Kreisverwaltung klĂ€ren (Abteilung Umwelt, Bereich Naturschutz, Ruf 02641/975-442).

Das Abbrennen selbst muss drei Tage vorher ebenfalls angemeldet werden, und zwar bei der zustÀndigen Stadt- oder Verbandsgemeindeverwaltung. Die einzuhaltenden MindestabstÀnde betragen in der Regel 100 Meter von WÀldern, Mooren und Heiden, 50 Meter von GebÀude und Verkehrswegen sowie 10 Meter zu gefÀhrdeten Nachbarkulturen.

Zum Thema Abfall: Strikt verboten ist das Verbrennen von AbfĂ€llen jeglicher Art. Dazu zĂ€hlen neben SperrmĂŒll, Farben und Altreifen auch Materialien, die die Altholzverordnung in die Gruppe A IV als schadstoffbelastet einstuft. Dies sind beispielsweise imprĂ€gnierte WeinbergspfĂ€hle, JĂ€gerzĂ€une, Fensterrahmen und TĂŒren. Bei der Verbrennung dieser GegenstĂ€nde können Schwefel- und Chlorverbindungen, Dioxine und Schwermetalle freigesetzt werden. Diese Schadstoffe belasten nicht nur die Umwelt. Auch die Gesundheit der MartinszuggĂ€ste wird gefĂ€hrdet.

Die Kreisverwaltung macht klar: Nicht nur das Verbrennen selbst, sondern bereits das Lagern solcher Materialien am Martinsfeuer zum Zweck des Verbrennens stellt einen Straftatbestand dar. Die Folgen sind Ermittlungsverfahren und empfindliche Strafen. - Wer noch Fragen hat, kann gerne anrufen: Kreisverwaltung, Abteilung Umwelt, Untere Abfallbehörde, Ruf 02641/975-233).

Bild: So darf ein Martinsfeuer nicht aussehen: Bretter und Balken, teilweise mit Farben gestrichen und imprĂ€gniert, oder alte Teppiche dĂŒrfen nicht verbrannt werden.


© Kreisverwaltung Ahrweiler - 20.10.2017

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