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Mehr Konflikte in Familien durch die Corona-Pandemie?

Bilanz des Gesundheits- und Jugendamts zu Auswirkungen im sozialen Bereich

Durch die Corona-Pandemie haben sich viele gewohnte Strukturen und AblĂ€ufe geĂ€ndert - auch der gesamte soziale Bereich ist davon betroffen. FĂŒr die Jugendhilfe im Kreis heißt dies zum Beispiel, dass etablierte Netze der Förderung und UnterstĂŒtzung durch Kitas, Schulen und FachkrĂ€fte fĂŒr einige Zeit vollstĂ€ndig oder teilweise entfallen. Gleichzeitig haben sich möglicherweise Existenzsorgen in manchen Familien massiv verstĂ€rkt. Die fehlenden Angebote können dazu fĂŒhren, dass im hĂ€uslichen Bereich vermehrt Konflikte entstehen oder sich diese verstĂ€rken. Das geht aus der Bilanz des Jugend- und Gesundheitsamtes fĂŒr die vergangenen Wochen hervor.

Die Zahl der Meldungen zu KindeswohlgefĂ€hrdungen sei in den ersten Wochen des „Lock-Downs“ im Vergleich zur der Zeit vor der Pandemie zwar tendenziell zurĂŒckgegangen, erklĂ€rt Siglinde Hornbach-Beckers, Leiterin des Fachbereichs fĂŒr Jugend, Soziales und Gesundheit im Kreis Ahrweiler, jedoch könne dies darauf zurĂŒckzufĂŒhren sein, dass die Kinder und Jugendlichen derzeit nicht regelmĂ€ĂŸig die Kitas und Schulen besuchen. „Meldungen dieser Institutionen - die einen großen Teil der GefĂ€hrdungsmeldungen ausmachen - sind in den vergangenen Wochen weitgehend ausgeblieben.“ Mit den zunehmenden Lockerungen steige die Zahl der Meldungen inzwischen wieder langsam an und nĂ€here sich dem Ursprungsniveau. Nach wie vor wurde und wird jede eingehende GefĂ€hrdungsmeldung umgehend bearbeitet. „Auch die Inaugenscheinnahme und persönliche GesprĂ€che erfolgen in KinderschutzfĂ€llen nach den ĂŒblichen Kriterien“, sagt Jugendamtsleiter Holger Lind.

Offenbar nehmen die Konflikte zwischen getrennt lebenden Eltern zu: Die Zahl der Beratungen im Zusammenhang mit der Wahrnehmung von Umgangskontakten ist seit Mitte MĂ€rz gestiegen, teilt die Kreisverwaltung mit. Gleichzeitig haben die Familiengerichte insbesondere in den ersten Wochen Verhandlungen im Zuge der Corona-Pandemie verschoben. Dringende Gerichtstermine fanden jedoch weiterhin statt und wurden von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern des Jugendamts wahrgenommen. Inzwischen erfolgen wieder vermehrt Terminierungen.

Die beauftragten freien TrĂ€ger der Jugendhilfe haben die Umsetzung ihrer Hilfe-Maßnahmen ebenfalls an die Situation angepasst: Im ambulanten Bereich werden zum Beispiel Videochats angeboten oder Treffen im Freien vereinbart und somit die Kontakte zu den Familien aufrechterhalten.


© Kreisverwaltung Ahrweiler - 29.05.2020

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