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Kreisverwaltung Ahrweiler - Am Boden, zu Wasser und in der Luft

Am Boden, zu Wasser und in der Luft

Wie das Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr Hocheifel zum Klimaschutz beiträgt

Der Klimawandel hat l√§ngst auch den Kreis erreicht. Jetzt gilt es, seine Folgen einzud√§mmen. Bereits seit einigen Jahren engagiert sich der Kreis im Naturschutzgro√üprojekt ‚ÄěObere Ahr-Hocheifel‚Äú. ‚ÄěDie jetzt schon sichtbaren Resultate diese Projektes wirken sich nicht nur positiv auf die biologische Vielfalt, sondern auch auf den Hochwasserschutz und den Klimaschutz aus‚Äú, so der Projektleiter Dr. Jochen M√∂lle. Landrat Dr. J√ľrgen Pf√∂hler betrachtet das Naturschutzgro√üprojekt deshalb als gro√üe Chance f√ľr die Region: ‚ÄěMit dem Naturschutzgro√üprojekt setzen wir uns daf√ľr ein, die Flie√ügew√§sser und den Wald am Oberlauf der Ahr naturnah zu entwickeln. Auch der Erhalt artenreicher Wiesen liegt uns besonders am Herzen.‚Äú

Im Wasser

Der Klimawandel ist auch ein Faktor beim Aussterben einheimischer Arten. Die Lebensr√§ume entlang der Ahr und ihrer Nebenb√§che haben das Potenzial f√ľr eine gro√üe Artenvielfalt, √ľberwiegend Insekten. Die meisten der wasserlebenden Arten sind unterschiedlich angepasst an bestimmte Str√∂mungsgeschwindigkeiten, Lichtintensit√§ten, Wassertemperaturen und vieles mehr. Was f√ľr die eine Art gut ist, kann f√ľr andere sch√§dlich sein. So bietet eine gro√üe Vielfalt an Gew√§sserstrukturen vielen hundert Arten einen geeigneten Lebensraum. Werden Gew√§sser dagegen k√ľnstlich befestigt, monoton strukturiert und begradigt, f√ľhrt dies zur Artenverarmung. Deshalb wurden √ľber das Naturschutzgro√üprojekt Ufer- und Sohlbefestigungen sowie Hindernisse f√ľr Lachse und andere Bachlebewesen auf einer Gesamtstrecke von √ľber 50 Kilometern beseitigt. Die Ahr und ihre Nebenb√§che bekommen wieder mehr Platz in den Auen. Das hilft nicht nur der Artenvielfalt, sondern tr√§gt auch zum Hochwasserschutz bei. Extremwetterereignisse wie Starkregen werden durch den Klimawandel h√§ufiger. Haben die Gew√§sser mehr Platz, flie√üt das Wasser langsamer ab. Das verringert Hochwasserspitzen und kann Sch√§den reduzieren oder sogar verhindern.


Naturnah strukturierte Gew√§sser und Auen, wie hier am Armuthsbach, sind gut f√ľr die Biologische Vielfalt, den Klimaschutz und den Hochwassserschutz. Foto: Kreisverwaltung Ahrweiler

Im Wald

Strukturvielfalt f√ľhrt zu Artenvielfalt. Monokulturen mit gleichaltrigen B√§umen einzelner oder weniger Arten, wom√∂glich gar mit standortfremden Baumarten wie Fichte oder Douglasie, f√ľhren zu einem gro√üen Verlust an biologischer Vielfalt. Der Kreis hat deshalb seit Beginn des Projektes rund 120 Hektar Wald erworben und ist dabei, diese W√§lder naturnah zu entwickeln. Entstehen sollen am Ende W√§lder mit vielf√§ltigen heimischen Baumarten, vielen unterschiedlichen Strukturen und einem gro√üen Genpool aus nat√ľrlicher Verj√ľngung. Das tr√§gt ma√ügeblich zur Entwicklung einer nat√ľrlichen Artenvielfalt bei. Au√üerdem speichern nat√ľrliche Laubw√§lder erheblich mehr Kohlenstoff und reduzieren dadurch das CO2 in der Luft und sind deutlich widerstandsf√§higer als Reinbest√§nde von Fichten und anderen Nutzbaumarten und sind au√üerdem besser gewappnet, um sich auf sich √§ndernde klimatische Bedingungen einzustellen. Der Zustand der Waldfl√§chen ist f√ľr das Klimasystem besonders wichtig. Denn W√§lder tragen ma√ügeblich zur Sauerstoffbildung bei und haben eine zentrale Funktion im Wasserkreislauf. W√§lder beeinflussen die Umgebungstemperatur und die Sauberkeit der Luft. Au√üerdem k√∂nnen B√§ume gro√üe Mengen CO2 verarbeiten. Auch in den B√∂den intakter W√§lder sind gro√üe Mengen Kohlenstoff gespeichert.

Auf Wiesen und Weiden

Auch die Art der Nutzung von landwirtschaftlichen Fl√§chen spielt im Naturschutz und beim Klimawandel eine Rolle. Deshalb hat der Kreis im Zuge des Projekts bereits 50 Hektar Gr√ľnland gekauft und sie an Landwirte verpachtet, die auf eine extensive Bewirtschaftung setzen. Die Zahl der Tiere, die auf diesen Fl√§chen weiden, ist zum Beispiel geringer als bei der intensiven Nutzung. Unter anderem dadurch ist auch der Emissionsaussto√ü geringer. Landwirtschaftliche Fl√§chen k√∂nnen nur durch Nutzung, etwa Mahd oder Beweidung, erhalten werden. Wenn die Nutzung extensiv erfolgt, stellen die Wiesen und Weiden ebenfalls wertvolle Lebensr√§ume in unserer Kulturlandschaft dar.

Das Naturschutzgroßprojekt

Seit 2007 engagiert sich der Kreis Ahrweiler im Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel. Kerngebiet sind die Flächen entlang der Oberen Ahr und ihrer zahlreichen Nebenbäche in der Verbandsgemeinde Adenau. Hauptziele sind der Schutz sowie die naturnahe, eigendynamische Entwicklung des Gewässersystems. Die Gesamtkosten des Projektes in Höhe von rund 10 Millionen Euro trägt zu zehn Prozent der Kreis, 90 Prozent kommen von Bund und Land.

Artikel erschienen in Blick aktuell Adenau Nr. 47/2019 auf der der Seite Wir in AW



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