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Kreisverwaltung Ahrweiler - Nützlich für uns alle - und trotzdem gefährdet

Nützlich für uns alle - und trotzdem gefährdet

33.300 verschiedene Arten von Insekten zählen Biologen in Deutschland, laut dem Bericht des Bundes über Kenntnisstand, aktuelle Forschungen und Untersuchungen zum Insektensterben sowie dessen Ursachen sind das 70 Prozent aller hierzulande nachgewiesenen Tierarten. Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Heuschrecken, Ameisen und viele mehr: Sie alle tragen entscheidend zum Funktionieren des Ökosystems bei.

Insekten bilden die Nahrungsgrundlage für andere Insekten, Spinnen, Vögel, Reptilien und insektenfressende Säugetiere, zum Beispiel Fledermäuse. Schon jetzt beobachten Forscher einen Rückgang des Vogelbestands, vor allem bei jenen Arten, die während der Brutzeit Kleininsekten und Spinnen fressen.

Insekten haben in den verschiedenen Ökosystemen aber noch weitere wichtige Funktionen, etwa für Nährstoffkreisläufe, den Abbau organischer Masse und die biologische Schädlingskontrolle. Durch Bestäubung tragen sie ihren Teil zur Landwirtschaft bei, ohne sie würden die Erträge bei Obst- und Gemüseanbau oder einigen Ackerpflanzen erheblich zurückgehen.

Wie gefährdet sind sie wirklich?

Für Aufsehen sorgte 2017 die sogenannte Krefelder Studie. Der Entomologische Verein Krefeld e.V. hat über 27 Jahre hinweg Insektenerhebungen in 63 deutschen Schutzgebieten durchgeführt. Ein Forscherteam einer niederländischen Universität hat die Daten ausgewertet. Das Ergebnis: Die Insektenbiomasse ist in diesem Zeitraum um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen. Am stärksten betroffen sind demnach Arten, die im sogenannten Grünland, also Weiden und Wiesen, leben.

Die Roten Listen der gefährdeten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten Deutschlands kommen zu einem ähnlich deutlichen Ergebnis. Die Roten Listen haben den Bestand von etwa 8000 Insektenarten und Unterarten bewertet. 42 Prozent dieser Arten gelten demnach als bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben beziehungsweise verschollen.

Was sind die Ursachen für das Insektensterben?

Viele Faktoren machen den Insekten im wahrsten Sinne des Wortes das Leben schwer. Wesentlich ist zum Beispiel die zunehmende Veränderung ihres Lebensraumes. Extensiv genutzte Gründland-Biotope, etwa durch Umwandlung in Ackerflächen. Auch Siedlungs- und Verkehrsflächen dehnen sich aus.

Problematisch ist die Lage auch für Arten, die ihren Lebensraum an oder in Gewässern haben. Durch Gewässerbegradigungen, Einleitungen von Nährstoffen und Feinsedimenten oder die Beseitigung von Ufergehölzen sind Insekten hier besonders gefährdet.

Ebenfalls eine Rolle spielt der Einsatz von Pestiziden, die laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit in Deutschland in großen Mengen ausgebracht werden. Oft schon präventiv und nicht erst dann, wenn die Pflanzen befallen sind. Besonders verbreitet sind Mittel aus der Gruppe der Neonikotinoide. Sie haben Einfluss auf das zentrale Nervensystem aller Insektenarten, Lähmung und Tod sind die Folgen.


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