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Kreisverwaltung Ahrweiler - Biotoplenkende Maßnahmen

Biotoplenkende Maßnahmen

Zur Durchführung der ersten Strukturverbesserungsmaßnahmen wurden zu Beginn der Umsetzungsphase die Täler von Dreisbach-, Armuthsbach- und Wirftbachtal als Schwerpunktbereiche festgelegt. Diese Gebiete sind naturschutzfachlich besonders hochwertig und der Nutzungsdruck ist dort vergleichsweise gering.
In 2013 kam das mittlere Trierbachtal und in 2014 das Eichenbachtal hinzu.
Die ersten Maßnahmen waren Waldumwandlungen und Wasserbaumaßnahmen. So konnten etliche Fichtenmonokulturen in den Auen gerodet werden, um sie anschließend wieder in eine extensive Grünlandnutzung zu überführen oder für eine natürliche Laubwaldentwicklung der Sukzession zu überlassen.
Am Trierbach in der Gemarkung Pomster konnte im Bereich der ehemaligen Mandelsmühle, von deren Existenz heute nur noch einige Geländestrukturen zeugen, auf einer etwa 2 Hektar großen Fläche die Fichten gerodet und somit das Tal wieder geöffnet werden. Hier schließen sich ersteinrichtende Maßnahmen für eine anschließende Weidenutzung an.
Auch am Honerather Bach und am Dreisbach war das landwirtschaftlich genutzte Tal von einem Fichtenriegel unterbrochen, der nach dem Ankauf der Fläche gerodet werden konnte, um in die angrenzende Grünlandnutzung integriert zu werden.

In anderen Bereichen, z.B. an einigen Seitengewässern des unteren Adenauer Bachs, wurden Fichtenkulturen für eine anschließende naturnahe Laubwaldentwicklung beseitigt. Eine dicht mit Eschen aufgeforstete Fläche am Armuthsbach wurde ausgedünnt, um hier einen naturnahen Auwald entstehen zu lassen. Zur Wiederherstellung der aquatischen Durchgängigkeit wurden im Armuthsbach und im Unterlauf des Dreisbachs jeweils ein Stauwehr als sogenannte Raue Rampe mit natürlichem Gefälle hergestellt. Ein weiteres Wehr im Armuthsbach soll noch rückgebaut werden, um eine Durchgängigkeit von der Landesgrenze im Oberlauf bis zur Mündung in die Ahr zu erreichen.

Ähnliches soll auch im Dreisbach, im Wirftbach und im Eichenbach erreicht werden. Dazu sollen im Dreisbach und im Eichenbach jeweils 4 Bachverrohrungen unter Querungen von Wirtschaftswegen durch einfache Brückenbauwerke bzw. Furten ersetzt werden.
Im Wirftbach werden im Sommer 2014 zwei Stauwehre im Bereich von Fischzucht- und Angelsportanlagen in ähnlicher Weise wie im Armuthsbach und im Dreisbach naturnah umgestaltet. Außerdem werden dort, im Bereich der Kottenborner Mühle, eine etwa 60 m lange Bachverrohrung auf einem privaten Gartengelände wieder geöffnet und eine verrohrte Wiesenzufahrt beseitigt.

Für viele Tierarten unserer Region, wie z.B. Wanderfische, ist die aquatische Durchgängigkeit der Fließgewässer von existenzieller Bedeutung. Am Armuthsbach in der Gemarkung Wershofen wurde in 2013 eine große ehemalige Fischzucht- und Angelteichanlage im Eigentum der Verbandsgemeinde Adenau naturnah umgestaltet und als Lebensraum für Amphibien und Wasserinsekten sowie als Nahrungshabitat für den in der Nähe brütenden Schwarzstorch entwickelt. In den genannten Tälern sollen in den kommenden Jahren viele brachgefallene Grünlandflächen als Mähwiesen oder Weiden wiederhergestellt und Gewässerrandstreifen eingerichtet werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist abhängig von der Flächenverfügbarkeit und damit vom Grunderwerb. Insbesondere am Armuthsbach und am Dreisbach haben wir einen hohen Anteil an Brachflächen. Der Wirftbach ist auf langer Strecke gepflastert. Dort soll der Bach von seinem künstlichen Korsett aus Wasserbausteinen befreit werden, um wieder eine eigendynamische Entwicklung der Gewässerstrukturen zu ermöglichen.



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